Die GESCHICHTEN

dreier Frauen


Wettbewerb unter Freunden

 

Montagmorgen. Paola, Edith, Carmen und Friedhelm saßen am Frühstückstisch und mampften fröhlich vor sich hin, als das Telefon anfing zu klingeln. Friedhelm, der dem Apparat am nächsten saß, nahm den Hörer ab und meldete sich.
„Hallo, Achim, wie toll das du anrufst. (Friedhelm hatte Achim kennengelernt bei einem Derby, das sie gemeinsam bestritten aber nun schon einige Zeit zurück lag)
Wie geht es dir? Hast du Neuigkeiten auf Lager?“ „Ja, mir scheint, du kannst Hellsehen,“ kam es durch die Leitung. „Ich rufe euch an, weil wieder die Veranstaltung des Jahres stattfinden soll. Und da dachte ich mir, gebe die Einladung weiter. Die ich übrigens auch bekommen habe und meine Eltern. Es sind eine Menge Freunde und Bekannte auf der Veranstaltung eingeladen. Ihr kennt ja bereist Einige davon. Ich sollte euch Bescheid geben. Insgesamt sind 500 Gäste  geladen. Stattfinden wird sie diesmal auf einer großen Viehweide. Den genauen Standort bekommt ihr noch mit der Post. Ach ja, bevor ich es vergesse. Bringt eure Pferde mit, und zwar alle vier, samt Kutschwagen. Die Leutchen haben diesmal Allerhand vor.“
Achim erklärte Friedhelm noch die ungefähren Vorkommnisse, was in etwa auf sie Zukam und den genauen Tag und Zeitpunkt. Dann legte er auf.
Friedhelm saß erst einmal Schweigend am Frühstückstisch, bevor er mit seinem „Bericht“ begann.

Die Drei sahen ihn zunächst Entgeistert an, dann entspannten sich ihre Gesichtszüge. Menschen allen Altersklassen waren auf der Veranstaltung eingeladen. Dienstag, gegen 10.00 Uhr war die Post da. Und mit ihr, die, wie Versprochene Antwort.
Die Vier trafen jetzt alle anliegenden Vorbereitungen und brachten ihre Pferde auf Hochglanz. Wachsten die Sättel, das man sich spiegeln konnte und Überprüften alle Riemen und Gurte und Zaumzeuge. Der Kutschwagen bekam eine ordentliche Wäsche verpasst. Dann stand alles Griffbereit zur Stelle. Der große Tag fiel auf einen Donnerstag. Sie besorgten sich am Mittwoch zwei Pferdeanhänger und die Dazugehörenden Autos. Friedhelm würde den einen und Achim den anderen fahren. Das hatten sie abgemacht.

Achims Eltern hatten selber mit ihren Pferden zu tun und waren voll und ganz Beschäftigt.
Friedhelm hielt Unterdessen noch Absprache mit seinen Brüdern wegen der restlichen Tiere im Landhaus.
Hunde, Katzen, … und alles musste in Obhut genommen werden.
Am Donnerstagvormittag war es dann so weit.
Die Vier luden ihre Pferde Prinz, Holliday, Topas und Polly in die Anhänger. Den Kutschwagen übernahm einer von Achims Freunden, der sein Pferd davor spannte, dass sich sowohl zum Reiten als auch zum Zugpferd eignete. Paola und Carmen stiegen in das Auto, das Friedhelm fuhr und Edith fuhr in Achims Auto mit. In den Kofferräumen befanden sich die Sättel und Zaumzeuge.
12.00 Uhr war der Zeitpunkt, der als Beginn der Veranstaltung galt.
Um 11.45 Uhr trafen sie dort ein. Mit ihnen trafen noch einige Weitere ein. Die hielt sich bis 12.30 Uhr. Dann schließlich nach geraumer Zeit waren die allesamt 500 Personen Anwesend.
Es waren Tische und Stühle, Bänke und Hocker aufgestellt worden.

Einer der Veranstaltungsleiter eröffnete eine Tombola. Ein anderer stellte die Regeln für da Bevorstehende Pferdeturnier auf.
Es wurde kaltes Buffet gegeben und dazu Wein, Sekt, Bier und Limonade aller Art gereicht. Sogar Kirschwasser und Weinbrand mit Rosinen.

Achim ging zu seinen Eltern herüber um ihnen beim Abladen zu helfen.
Die Vier taten das Ihrige, und suchten sich erst einmal einen gemütlichen Platz, der gleichzeitig Überschaubar war. Es war Mitte August und noch ziemlich warm.
Paola stellte Prinz und Holliday unter einem schattigen Baum. Carmen führte Topas hinterdrein. Nur Polly musste noch warten, weil er vor dem Kutschwagen gespannt werden sollte.
Denn die Veranstaltung hatte zu Beginn ein Wagenrennen Vorbereitet.

Zwanzig Teilnehmer gingen an den Start. Unter ihnen Friedhelm mit Polly.
Man stellte sich in einer Reihe auf und bekam dann seine Anweisungen. Paola, Edith und Carmen gesellten sich zu den Zuschauern um dem Treiben zuzuschauen.
Die Viehweide erstreckte sich in einer Unendlich erscheinenden Ebene. Die Leute erzählten sich, man habe Zwei Weiden zu Einer gemacht, indem die Grenzen der Umzäunung Vorübergehend eingerissen wurden.

Jetzt war der Startschuss zu hören und die Kutschen „fegten“ man nur so dahin. Bald waren nur noch Staubwolken zu sehen.
Die Veranstaltungsleiter eines jeden Turniers (es sollten aller Meinung nach mindestens drei Verschiedene sein), hatten saftige Preise für jeden Hauptgewinner auf Lager. Somit wurde allen Anwesenden ihre Teilnahme mehr als Schmackhaft gemacht.

Es wurden Abgehalten: Wagenrennen, Springen, Wettreiten und zu guter Letzt, noch eine gemeinsame Schnitzeljagd unternommen.
Einige Leute trugen eine Gulaschkanone auf das Festgelände und andere einen Grill und einen Kochherd. So gab es zum kalten Buffet auch warmes Essen. Kaffee und Tee durfte auch nicht fehlen. Suppen verschiedenster Art wurden Aufgetischt. Nebenbei Koteletts, Hähnchen, Schnitzel und Würstchen.

Inzwischen hatten drei Kutschen die Führung übernommen. Friedhelm strengte sich an, um an die drei Vorbeizukommen. Er holte schließlich um zwei auf und fuhr dann mit dem ersten in fast gerader Linie durchs Ziel.
Er Erreichte den Zweiten Platz und war etwas traurig darüber. Doch sein Preis entschädigte ihn dafür. Er bekam einen kleinen Silber-Pokal mit Mohrrüben als Inhalt für Polly. Den Ersten Platz bekam Achims Freund Willer. Ihm wurde eine Goldene Trophäe überreicht. Es bestand aus einer Statue, die ein Pferd vor einer Kutsche darstellte und 15 Zentimeter groß und lang war. Dann war zunächst einmal Pause. Die Kandidaten stärkten sich. Es verging eine Halbe Stunde. Von anderer Seite wurden Vorbereitungen getroffen.  
Dann wurde das Springen angesagt.
Und jeder, der ein Springpferd besaß, ging nun an den Start. Jeder Einzelne wurde Aufgerufen und musste sein Bestes geben. Darunter auch Achims Vater. Achim und Friedhelm wurden Freunde, als Friedhelm, seine Mutter, mit Edith und Carmen einmal zum Derby eingeladen worden waren und Friedhelm auf Ambassador Jockey spielen musste, weil der Jockey der Familie ausgefallen war wegen Krankheit kurz vor dem Start.

Paola, Edith, Carmen, Friedhelm und Achim stellten sich jetzt zu dessen Mutter und sahen dem Vater beim Springen zu. Er ging als Sieger durchs Ziel. Sein Gewinn; Ein Nagelneues Fuhrwerk mit allen Schikanen.
Das Wettreiten, das danach stattfand, war auch was für drei Teilnehmer.
Paola, Edith und Carmen. Achims Schwester Sibilla hatte ihr Pferd Applepie dabei, das soviel wie Apfelkuchen – oder Pastete bedeutete.
Paola stieg in den Sattel von Prinz, Edith auf Holliday und Carmen auf Topas. Dann ritten alle zum Start. Als Hauptpreis des Wettreitens winkte ein Rennpferd. Sibilla hatte es sich zum Ziel gesetzt, dieses zu Gewinnen.

Als der Startschuss fiel, galoppierten alle was das Zeug hielt. Die Bahn war Vorbeschrieben und sehr Übersichtlich, so dass Fehler und sonstige Vorkommnisse von Vornherein Auszuschließen waren.
Wieder waren Zwanzig Teilnehmer unterwegs. Applepie und Prinz lagen lagen ziemlich weit vorn. Gefolgt von Topas. Holliday lag etwas weiter Hinten, bekam aber Aufwind. Im ersten Augenblick sah es danach aus, als ob Applepie es schaffen sollte, doch da schoss Prinz vor und galoppierte um eine Kopflänge an Applepie vorbei durchs Ziel.

Sibilla sah etwas sauer aus der Wäsche, als sie bei ihren Eltern hielt und abstieg. Paola griente über das ganze Gesicht und sah, wie ein schönes großes weißes Rennpferd soeben gebracht wurde.
Sibilla, Achim und ihre Eltern gratulierten und schüttelten herzlich die Hände. „Das muss gefeiert werden,“ meinte der Vater. „Na, Johann, wie findest du die Idee, wenn wir Fifty-Fifty machen,“ fragte Paola. „Uns fehlt eine Erfahrende Hand.“ Die Vier waren mit der Familie sehr gut Befreundet.
„Hmm, was meinst du Ilse, sollen wir annehmen?“ „Nun, wenn Paola wirklich meint. Sie sollte es jedoch zuerst noch mit den anderen beiden besprechen, dann geht’s klar,“ antwortete seine Frau.
Das tat Paola, und Edith und Carmen stimmten zu. Friedhelm interessierte es nicht weiter. Und so sollte der Gewinn, die das Rennpferd abwarf, freundschaftlich geteilt werden.
Da die Vier das Rennpferd trainieren lassen mussten um aus ihm einen Sieger zu machen, wurde es dort bei den Freunden in den Stall gestellt und wegen des Platzmangels Zuhause. Außerdem war die Rennbahn gleich beim Gestüt vor Ort.
Durch regelmäßige Besuche von Paola, Edith, Carmen und Friedhelm , wurde somit Gleichzeitig zur Freundschaft auch die Geschäftspartnerschaft eingeleitet. Den Dazugehörigen Vertrag wollten sie Gemeinsam nach der Veranstaltung abschließen. Doch Vorerst waren sie noch alle auf der Veranstaltung und amüsierten sich köstlich. Sie feierten mit anderen Freunden und prosteten sich Gegenseitig zu. Paola trank zusammen mit Carmen und Ilse je ein Glas Wein. Edith, die wegen ihrer Zuckerkrankheit keinen Wein durfte, trank Zuckerfreie Limonade.
Johann genehmigte sich ein Bier, genauso Achim. Sibilla hatte Sekt zum Anstoßen und Friedhelm probierte Weinbrand mit Rosinen. Hauptsächlich die Rosinen hatten es ihm angetan. Er fischte sich immer wieder welche aus dem Weinbrand.

Die Veranstaltungsleiter riefen zur großen Tombola auf. Jetzt hieß es Glückslose ziehen. 5 Lose für 2,50 Euro.
Friedhelm und Achim kauften sich jeder 10 Lose. Die beiden hatten Glück. 4 Lose waren zwar Nieten, dafür aber die übrigen 6 Lose gültige Gewinne.
„So ein Zufall, dass wir beide gleich viele Gewinne haben. Nur mit verschiedener Punktzahl,“ meinte Achim zu Friedhelm gewandt.
Die beiden mussten ihre Lose zusammen zählen und sie dem Mann bei der Lostrommel geben. Je nach Gesamtsumme holten sich die beiden ihre Preise ab. Achim hatte eine Trense gewonnen. Friedhelm eine Putzgeräteschaft bestehend aus Bürste, Striegel, Lederwachs und noch einiges Mehr. Paola und die beiden anderen, wollten nur erst einmal essen und setzten sich etwas Abseits an einen kleinen Tisch, wo sie auch einen Blick auf die Pferde haben konnten. Ilse und Johann gingen zu ihren Pferden und versorgten diese.

Die Bevorstehende Schnitzeljagd wurde wenig später Angekündigt.Beteiligen taten sich daran Paola, Edith, Carmen, Ilse, Sibilla und Johann. Die beiden Freunde Friedhelm und Achim hatten dazu keine Lust und blieben auf dem Festgelände. Überall wurden für die Schnitzeljagd Zettel an Bäume und Sträucher gesteckt und versteckt. Eine Menge Reiter versammelten sich bereits. Ilse und Johann setzten sich in die Sättel ihrer Pferde. Paola und Carmen taten es ihnen gleich. Und bevor die Jagd begann, sahen auch Edith und Sibilla zu, dass sie in ihre Sättel kamen. Schon wurde vom Veranstaltungsteam das Startzeichen gegeben. Und los gings.

Unterdessen Vergnügten sich Achim und Friedhelm, zu denen sich auch der Freund von Achim gesellte. Er hatte noch ein paar Kumpel mitgebracht und schickte sich an eine Bierrunde zu schmeißen. Jeder trank zwei Flaschen Bier und da Friedhelm zuvor zu viele Rosinen gegessen hatte, die Vollgesogen von Weinbrand waren, fing er bald daraufhin zu Lallen an. Zwischen dem Bier und den Rosinen lagen mindestens Zweieinhalb Stunden. Jetzt,  wo das Bier hinzukam, taten sie ihre Wirkung.
„Bäh,“ sagte er nur,“wie kommts, hicks, nur dazu, hicks, das mir so, hicks, komisch ist. Hmm, hicks.“
Achim fing an zu lachen und meinte, er solle sich ein wenig hinlegen. Am besten auf der Kutsche. Polly stand bei den anderen Pferden, die nicht an der Schnitzeljagd teilgenommen hatten. Als Drei Stunden später die ersten Reiter auftauchten, kam wieder Leben in die dagebliebene Menschenmenge.
Es wurde gejubelt, gejuchzt und in die Hände geklatscht.

Das Veranstaltungsteam kündigte die Reiter durch ein Megaphon lautstark an. Dann kamen auch Paola, Edith und Carmen angeritten. Achim lief ihnen auf Halben Weg entgegen und fragte nach seinen Eltern und seiner Schwester. „Die sind noch hinter der Wegbiegung,“sagte Edith und zeigte mit dem Zeigefinger zurück und auf eine Baumreihe. Die Papierschnitzel die eingesammelt worden waren, wurden nun gezählt und notiert hinter dem Entsprechenden Namen. Dann stiegen die Drei ab und nahmen die Sättel ab. Prinz, Holliday und Topas wurden verpflegt und zu den anderen gebracht.

Es dauerte nicht lange, bis auch die anderen Reiter sich wieder Einfanden. Gewonnen hatten diesmal zwei andere, die nicht Bekannt waren. Dann allmälig ging alles seinem Ende zu und es wurde Zusammengepackt.

Eine Feuerstelle wurde noch Entfacht und es wurde Abschied gefeiert.
Kurz gegen 20.15 Uhr wurde noch der Rest verstaut. Die Pferde wurden in die Anhänger geführt und einige Leute machten sich bereits auf den Heimweg. Diesmal musste Umdisponiert werden, wegen der Volltrunkenheit Friedhelms und Achim war auch nicht mehr ganz auf dem Posten.
Es wurde Beratschlagt, und die Freunde von den Vieren entschlossen sich zu Helfen und mit Ihrerseits Bekannten zu Tauschen. So fuhr Ilse den einen Anhänger mit Prinz und Holliday und Johann den anderen Anhänger mit Topas und Polly. Friedhelm und Achim fuhren auf dem Rücksitz mit. Das mit Ihren Pferden regelte Sibilla, die mit einigen Anderen fuhr.
Paola, Edith  und Carmen fuhren mit Ilse. Der Vertrag wurde auf einen anderen Tag verschoben.
So kamen sie dann trotzdem noch gut nach Hause und hatten einen schönen Tag der hinter ihnen lag.

 

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