Die GESCHICHTEN

dreier Frauen


Endlich wieder Verreisen

 

Paola, Edith und Carmen sehnten sich danach, endlich einmal wieder nett auf große Reise zu gehen.

Jetzt, da sie 25 Wellensittiche zu Hause hatten, dazu noch einen Hund, zwei Katzen, ein Schaf und vier Pferde und Paolas acht Hühner, die sie Damals in mitbrachte von Norderney, sahen sie sich ein Loch in den Kopf, ob sie je wieder Verreisen konnten. Friedhelm meinte zwar, er würde einfach zu Hause bleiben und auf alle Aufpassen. Schüttelte Paola doch den Kopf und meinte: „Bist du sicher, das du alleine mit all den Tieren zurecht kommst, wenn wir drei oder vier Wochen wegbleiben? Es ist eine Heidenarbeit, dies alles zu Bewältigen. Bei den Wellensittichen den großen Hauptkäfig und die Kleinkäfige neu „Sanden“, Gesundfutter und Vitaminfutter in den richtigen Abständen verabreichen, Jodwasser für die Schilddrüse, und und und. Baddi und unsere beiden Miezen füttern, die Pferde, das Schaf, die Hühner, …“ Sie zählte ihm so einiges auf. „Ja, ja und nochmals ja,“ sagte Friedhelm. „Alles kommt Bestens in Ordnung,“ versprach er. „Na gut,“ meinte Paola daraufhin.

Vier Wochen gehen ja auch schnell vorbei. Und du kannst Bestenfalls deine drei Brüder fragen, ob nicht einer einmal mit Ausmisten möchte.“

Sie lachte dabei Herzhaft auf, wo sie doch Insgeheim Ahnte, das diese sich am Kopf tippen würden, wenn die Rede darauf kam.

Zum Glück war die Saison für das Eiscafé noch nicht. So fiel wenigstens das flach. Trotz alledem würde viel auf ihn zukommen.

Die Drei hatten auf irgendeiner Weise ein schlechtes Gewissen. Friedhelm blieb aber dabei. Und so trafen sie denn ihre Vorbereitungen und gingen packen.

 

Die Abreise wurde auf den Morgigen Tag verlegt. Gegen 5.15 Uhr standen die Drei auf und verließen gegen 6.00 Uhr das Landhaus. Sie fuhren mit einem Taxi in Richtung Bahnhof, wo sie um 7.15 Uhr mit dem Zug abfuhren.

 

Am späten Nachmittag erreichten sie ihr Ziel und suchten sich dort zu Aller erst ein Hotelzimmer. Sie hatten nämlich vor, einiges zu Unternehmen, in den kommenden Tagen. An der Rezeption mussten sie etwas warten, da ihnen zuvor eine junge Frau stand, die nicht so recht fertig werden wollte. Sie hatte verschiedene Wünsche und gab immer wieder irgendwelche Einwände preis. Die Drei hörten den Portier des öfteren sagen: „Jawohl, Komtess. Wird gemacht. Ganz zu Ihrer Zufriedenheit.“

Paola, Edith und Carmen schüttelten Gleichsam im Takt die Köpfe. Nach nunmehr etwa Zwanzig Minuten konnte sie endlich abgefertigt werden, und die Drei waren an der Reihe.

Sie sahen, wie sich der Portier den Schweiß von der Stirn wischte und dabei gequält zu Lächeln versuchte.

Die Drei fragten nach einem Doppelzimmer und ob sie noch ein Bett mehr hineinbekommen konnten, da sie ja zu Dritt wären.

Der Portier gab ihnen ein Doppelzimmer, doch verneinte er ihre Bitte um ein drittes Bett. Er riet ihnen stattdessen ein Einzelzimmer dazu zunehmen. Direkt Wand an Wand mit Verbindungstür. Nicht alle Zimmer hätten diesen Komfort. Sie stimmten dem Portier zu und nahmen die Schlüssel in Empfang. Danach gingen die Drei zu einem Fahrstuhl und fuhren hinauf zu ihrer Etage. Es lag im 4. Stock. Und die Zimmer befanden sich recht weit in der Mitte des langen Korridors. Nummer 114 und Nummer 115 standen an den besagten Zimmertüren. Sie schlossen auf und traten hinein.

Den Rest des Tages, abgesehen von der Abendbrotzeit, verbrachten die Drei auf ihren Zimmern.

 

Am Nächsten Morgen erwachten Paola, Edith und Carmen erst gegen 8.45 Uhr. Sie standen auf und machten sich fertig, um gemeinsam nach unten in den großen Saal zu gehen um zu Frühstücken.

Mensch, ist es hier voll,“ flüsterte Paola. „Jeder Tisch ist Besetzt.“ „Da können wir ja Froh sein, das wir noch einen Freien bekommen haben,“ meinte Carmen. „Ist ja eigentlich ganz Simpel. Die große Anzahl der Tische, im Vergleich zu den Gästen in diesem Hotel. Da muss eben alles stimmen,“ gab Edith die Antwort.

Dort drüben,“ flüsterte Carmen. „Dort sitzt ja diese Komtess. Die Gestern den Portier so Geschlaucht hat.“ „Ja, tatsächlich,“ gab Paola kichernd zurück. „Die konnte wirklich nerven.“

Die Drei aßen ihr Frühstück.

Plötzlich hörten sie zwei Männer zusammen eifrig miteinander Diskutieren, die unweit von ihrem Tisch entfernt stehen mussten. Denn sie hörten Ungewollt ihr Gespräch mit an. „Also Erwin, du weißt, was du zu tun hast,“ sagte der eine. „Sicher doch. Es wird schon glatt gehen. Hab bloß nicht die Hosen voll. Ich habe mich ihr als reicher Industrieller ausgegeben und ihr Bewundernd den Hof gemacht. Komtess Carolina von Bimstern. Sie wird gar nicht dahinter kommen, wenn sie … ,“

Die beiden Männer wurden Gestört. Abrupt brachen sie ihr Gespräch ab. „Mach's gut,“ rief der eine zum Abschied. „Mach's besser,“ tönte der andere zurück. Dann war Stille.

Paola, Edith und Carmen sahen, wie einer der beiden Männer auf die Komtess zuging, an ihren Tisch trat und sie mit Handkuss begrüßte. Der andere war Verschwunden. Diese lächelte ihren Begrüßer zu und bezeichnete ihm mit einer Handbewegung, das er sich setzen solle.

 

Paola schüttelte sich und meinte: „Habt ihr das Mitbekommen? Der scheint ein Betrüger zu sein. Leider wurden die zwei Männer unterbrochen, sonst hätten wir vielleicht noch Herausbekommen, was sie Vorhaben.“ Die Zwei anderen nickten nur Zustimmend.

 

Einige Stunden später nach der Mittagszeit, wollten die Drei etwas Bummeln gehen und verließen das Hotel. Sie liefen durch die Geschäftsstraßen, um sich ein Museum anzusehen, dass im Prospekt des Hotels angepriesen wurde. Als sie an einem Musikgeschäft vorbei kamen, sagte Carmen: „Einen Augenblick eben. Hier muss ich Hinein.“

Paola und Edith sahen sich an, und betraten zusammen mit Carmen das Geschäft. Sie kauften dort nach ihrer Idee, eine Aufnahmekassette und ein kleines Mikrophon, das man Anschließen konnte.

Kannst du uns sagen, was du damit Vorhast?“ fragte Edith. „Na Klar,“ antwortete Carmen, als sie wieder aus dem Laden kamen. „Hört mal genau zu, ...“ Carmen erklärte ihnen, was sie mit den Utensilien vorhatte. Zuerst einmal wollte sie das kleine Mikrophon an ihrem Mitgenommenen Kassettenrekorder anschließen. Danach die Aufnahmekassette in den Rekorder einlegen und bei einer sich ergebenen Gelegenheit, das Mikrophon ganz in der Nähe im großen Saal deponieren, wo die beiden Männer an einem Tisch saßen. Einen der Beiden kannten sie ja jetzt vom „Sehen her“.

Nach dieser Begebenheit würde man sich Orientieren können.

Na, Hoffentlich klappt das auch,“ meinte Edith skeptisch. „Na, Sicher doch. Ihr werdet schon sehen. Vielleicht können wir ja auf diese Weise der Frau helfen,“ fand Carmen. „Das dürfen wir aber nicht,“ hatte Paola einen Einwand. „Es geht uns ja auch Schließlich nichts an.“ Sie machte eine Pause. „Andererseits,“ warf sie ein. „Andererseits, ist es eine Schweinerei, was diese Kerle vorhaben. Also, Versuchen wir es einfach. Aber mit Äußerster Vorsicht.“

 

Die Drei Beratschlagten sich noch eine Zeit lang. Dann waren sie sich Einig. Doch Zuvor wollten sie erst in das Museum.

Und so kam es dann später, als sie wieder zurück in das Hotel gingen, dass sie den Mann im Foyer stehen sahen. Ein anderer kam auf ihn zu und begrüßte ihn.

Die Drei gingen an den Männern vorbei und wussten nun auch, wie der andere aussah.

Im Hotelzimmer sprachen sie jetzt noch einmal ihren Plan in jedem Detail durch. Sie Beobachteten die beiden am Kommenden Abend, an welchem Tisch sie saßen. Sie hatten die Komtess in ihrer Mitte.

Und so warteten Paola, Edith und Carmen, bis sie einmal Allein dort saßen.

Dann kam der Abend. Und als sie sahen, das Niemand sich dazu setzte, versuchten sie auch, in der Nähe einen Tisch zu Bekommen.

Carmen steckte das Mikrophon in einen Nahestehenden Blumenkasten.

 

Sie hatten das Glück, dass sich die Blumenkästen alle so Einordneten, das jeder Tischplatz wie eine kleine Nische aussah. So konnte keiner der Gäste den Nachbarn stören. Carmen schaltete am Tisch, wo auch Paola und Edith saßen, den Rekorder auf Aufnahme und stellte ihn neben sich auf die Sitzbank.

Zum Glück kam nun nur das Gespräch drauf, dass die beiden Männer führten, durch das versteckte Mikrophon. So konnten sich die Drei unbefangen Unterhalten.

 

Von Zeit zu Zeit beobachteten sie die zwei und bekamen mit, dass einmal der Eine und später der Andere seinen Platz verließ, um beim Jeweiligen Zurückkommen, etwas Mitzubringen. Danach wurde dann immer Diskutiert. Nach einer etwa Eineinhalbstündigen Debatte verabschiedeten sich die beiden Männer voneinander. Der Eine ging fort und der Andere rief nach dem Ober. Er Zahlte und ging dann auch.

Carmen stellte den Rekorder ab und holte das Mikrophon aus dem Blumenkasten.

Gehen wir aufs Zimmer und hören uns an, was sie so zu sagen haben. Vielleicht ist ja was Brauchbares drauf gekommen.“

 

Paola, Edith und Carmen hatten ihr Abendbrot während des „Gesprächs“ zu sich genommen, und konnten somit sich auf den Weg machen und nach oben gehen. Frühstück, Mittagessen und Abendbrot wurde automatisch mit auf die Rechnung genommen. Barzahlung war nur, wenn weitere Wünsche im Saal gegeben wurden.

 

Vor der Zimmertür angekommen, sahen die Drei die Komtess ihr Eigenes Zimmer betreten. „Da wohnt sie also,“ sagten alle Drei wie aus einem Mund.

Sie öffneten die Tür und gingen ins Zimmer.

Carmen ließ das Band zurücklaufen und stellte auf Start. Nun konnten sie sich Anhören, was die beiden Männer Besprochen hatten.

Das ist ja wohl die Höhe,“ empörte sich Paola, als das Band am Ende angelangt war. „Ein Glück, das wir dieses Gespräch aufgenommen haben. Was meint ihr beide. Sollen wir damit zur Polizei gehen oder warten wir noch ein Wenig?“ meinte Edith.

Lieber noch etwas Warten. Vielleicht kommt noch irgendetwas dazu, dass wir Mitverwerten können,“ antwortete daraufhin Carmen. Sie sicherten die Kassette und versteckten sie in einer ihrer Taschen.

 

Es vergingen Tage, bevor sich wieder Erneut etwas tat.

Paola beobachtete, wie der Portier einem der beiden Männer eine Depesche gab. Dieser las sie durch, wurde bleich im Gesicht und eilte zum nächsten Hotelsprechapparat. Dabei warf er die Nachricht achtlos in einem der vielen Papierkörbe.

Paola hatte Beobachtet in Welchem, und pirschte sich, einer Intuition folgend, an diesem heran und griff kurzentschlossen hinein. Schnell holte sie ihn heraus, steckte ihn in ihre Jackentasche und lief Schlendernd in Richtung Bücherregal, das in der Lobby eingebaut war. Dort angekommen, schielte sie heimlich in Richtung Telefonhäuschen.

Es dauerte nicht lange, da kam der Mann wieder zum Vorschein. Er wollte geradewegs wieder zum Fahrstuhl gehen, als ihm wahrscheinlich die Nachricht einfiel. Er tippte sich an die Stirn und ging zurück in Richtung Papierkörbe. Er suchte verbissen darin nach der Depesche. Doch so sehr er auch wühlte, er fand sie nicht mehr.

 

Da stand er nun, sich die Haare raufend, und blickte gequält in die Runde.

Er rannte zum Fahrstuhl und drückte mehrfach darauf. Dann zwängte er sich, als die Tür endlich aufging, in die Kabine hinein.

 

Paola atmete tief auf und ging schnurstracks zum Lesezimmer des Hotels, wo sich Edith und Carmen aufhielten. „Na, was ist? Hast du etwas Herausbekommen?“ fragten Edith und Carmen gleichzeitig, als sie Paola ankommen sahen. Paola legte ihren Zeigefinger an den Mund und kam auf die Beiden zu.

Hier, das habe ich im Papierkorb gefunden,“ sagte sie leise und zog die Depesche aus ihrer Jackentasche. „Das hat einer von den beiden Gedankenlos hinein geschmissen. Wahrscheinlich aus Versehen. Mal sehen, was drauf steht, das ihn so aus der Fassung gebracht hatte.“

Sie lasen die Depesche und hatten nun genau das, was sie noch brauchten.

Morgen gehen wir zur Polizei,“ sagte Edith. „Nein, Heute. Und zwar jetzt gleich. Sonst gibt es Morgen zwei leere Hotelzimmer,“ konterte Paola.

 

Und somit gingen die Drei zum Fahrstuhl und fuhren zum 4. Stock hinauf. Oben angekommen, lukten sie aus der Kabinentür heraus, und liefen dann, als sie Niemanden sahen, zu ihren Zimmern. Sie holten die Kassette und gingen dieses mal die Flurtreppe hinunter. Unten Angekommen, gingen sie so Unauffällig wie irgend Möglich in Richtung Ausgang.

 

Einer der Männer war wieder bei den Papierkörben und sah jetzt in ihre Richtung. Irgendwie musste er wohl etwas ahnen. Denn er setzte sich in Bewegung und lief auf die Drei zu.

Hallo. Kann ich Sie wohl eben etwas Fragen?“ sagte er.

Paola, Edith und Carmen gingen, obwohl sie das eigentlich gar nicht vorhatten, einige Schritte schneller.

Das war für den Mann wie ein Handzeichen. Auch er lief jetzt schneller und stellte sich vor ihnen hin.

Da holte Edith mit dem rechten Fuß aus und trat ihm voll in die Weichteile. Er heulte wie ein Hund auf, der seinen Schwanz in die Drehtür bekommen hatte.

Wie auf Kommando rannten die Drei nun los und aus dem Hotel auf die Straße. Sie liefen die Straßen entlang, als würden sie von Furien gehetzt.

Erst als sie merkten, das ihnen Niemand folgte, wurden sie allmälig langsamer.

 

Was machen wir jetzt?“ fragte Edith. „Die Polizei suchen und Aufsuchen,“ sagte Paola. „Fragen wir doch einfach das Ehepaar dort drüben auf der anderen Straßenseite,“ meinte Carmen.

Doch die wussten es nicht.

Also fragten sich die Drei weiter durch. Beim Zweiten mal hatten sie Erfolg.

Es wurde ihnen der genaue Weg beschrieben.

Endlich, nach ein paar Dutzend Straßen, sahen sie das Polizeirevier. Sie gingen hinein und legten ihr Anliegen vor.

Nach Eineinhalb Stunden kamen sie wieder heraus. Der Wachtmeister hatte ihnen Versprochen, der Sache Nachzugehen, als er die Kassette abgehört hatte. Er schickte zwei seiner Kollegen zum angegebenen Hotel. Und wie sich Herausstellte, gerade Rechtzeitig.

Denn als sie beim Hoteleingang vorfuhren, wollten sogleich zwei Personen, auf die die Beschreibung passte, die die Drei der Polizei gegeben hatten, mit einem Herbeigerufenen Taxi das Weite suchen. Dies wurde nun Vereitelt.

 

Die Polizisten nahmen die beiden vorerst in Gewahrsam.

Später kam heraus, dass der Eine Vorgehabt hatte, die Komtess zu Ehelichen, um damit an ihr Erbe heranzukommen.

Die beiden Männer waren Brüder und hatten schon Mehrfach reiche Frauen Liebe vorgetäuscht um sie zu Heiraten, um später dann diese zu Ermorden, um als Alleinerben das viele Geld zu Besitzen.

Irgendwann in den Nachmittagsstunden trauten sich Paola, Edith und Carmen wieder in ihr Hotel zurück.

Dort wartete an der Rezeption die Komtess und kam auf die Drei zu. Sie bedankte sich Überschwänglich bei ihnen und wusste gar nicht, wie sie sich Erkenntlich zeigen konnte. Doch die Drei winkten ab und versicherten ihr, dass es für sie das Selbstverständlichste auf der Welt war, anderen zu Helfen, wenn dies Notwendig war.

Nach noch Mehrmaligem Danken, trennten sich ihre Wege.

 

Paola, Edith und Carmen blieben noch die restlichen Eineinhalb Wochen und fuhren dann Heimwärts.

Sie würden Friedhelm viel zu Erzählen haben. Doch ob er ihnen Glauben würde?

 

 

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