Die GESCHICHTEN

dreier Frauen


Die Überraschung

Die letzten Feiertage lagen hinter Paola, Edith, Carmen und Friedhelm. Es war inzwischen ein Neues Jahr angebrochen und die Vier hatten das Bedürfnis, eine kräftige Erholungspause nachzuholen. Sie hatten in den vergangenen Weihnachtstagen viele Stunden auf einem Basar zugebracht und wollten jetzt nicht nur den Hals schonen. Es war eine Ungewohnte Strapaze gewesen, da sie Ungeübt Gefordert worden waren. Nun, da die Vier wieder Daheim waren, hatten sie erst einmal wieder alles ins Reine gebracht. Die Aufsicht der Tiere hatte Spuren hinterlassen während ihrer Abwesenheit. Schmutziges Geschirr, Handtücher und einiges andere noch. Sonst war sie Gewissenhaft. Sie war den Vieren Empfohlen worden und diese schüttelten nun insgeheim im Nachhinein die Köpfe darüber.

Stunden waren vergangen, bis alles wieder Tipp-Topp an Ort und Stelle war.

Doch es fehlte nichts.

 

Gegen 21.30 Uhr stimmten alle Vier Einstimmig dafür, zu Bett zu gehen. Denn sie waren Hundemüde und es dauerte auch kaum Fünfzehn Minuten, dass sie im tiefsten Schlummer lagen.

Keiner von ihnen dachte mehr an die Waschmaschine, die sie vergessen hatten auszustellen. Es war noch eine „Alte Maschine“ und sie hatte die Automatik, nach einer Halben Stunde wieder auf Anfang zu stellen, falls Niemand vorher Abschaltete. So lief sie zunächst einmal alle Programme durch um dann, wie erwähnt wieder auf Start zu schalten.

Weißer als Weiß würde die Wäsche wohl nicht werden. Dafür wurde aber immer wieder neu Wasser zugeführt. Und irgendwie war bald der Punkt erreicht, wo das Wasservolumen Platz brauchte um fließen zu können. Es versuchte kurzerhand durch die Ritzen zu Entweichen.

 

Die Vier hatten sich wegen der Wäsche noch auf Vorrat zwei Pakete Waschpulver gekauft, für den Nachholbedarf, und die in einer Ecke unweit der Waschmaschine abgestellt.

Da das Badezimmer drei Türen vom Schlafzimmer entfernt lag, hörte Niemand das Summen der Waschmaschine.

Das Wasser verteilte sich auf dem Miniaturfliesen – Fußboden und „kroch“ weiter. Das Badezimmer hatte eine kleine Stufe von Fünf Zentimeter. Und so trat das Wasser, als es die Stufe erreichte, nicht darüber. Außerdem besaß das Badezimmer einen gut funktionierenden Gully. Das Wasser stieg also nicht.

Dafür erreichte es aber jeden Quadratzentimeter des Raumes, und auch das Waschpulver. Dieses wurden nicht nur Nass, sondern fing, wegen der Wasserbewegung der Waschmaschine, wo es jetzt mächtig herausspritzte, zu Schäumen an. Erst nur ganz wenig. Doch dann immer mehr und kräftiger. Bald stieg es an den Wänden empor und zog sich daran entlang.

 

Es ging auf Mitternacht zu. Das Bedeutete, dass der erste Kontakt erst gegen 7.00 Uhr stattfinden würde. Denn der Anfang jeden Morgen bei der Frühtoilette, hatte sich Friedhelm zur Gewohnheit gemacht. Danach kam Edith, und in weiterer Reihenfolge Paola und Carmen.

Wegen der Vielen Arbeit, war die Waschmaschine erst gegen 21.00 Uhr eingeschaltet worden und im folgenden der Zeit, wohl in Vergessenheit geraten. Da sonst nie um solch später Stunde gewaschen worden war.

 

Am Nächsten Morgen gegen 6.45 Uhr machte sich Friedhelm auf, um sich aus dem Wäscheschrank ein Badelaken zu holen. Dieses nahm er mit nach oben in sein Dachzimmer und machte sich bereit, um wieder nach unten in das Badezimmer zu gehen.

Das Badezimmer war so angelegt, dass eine Tür zum Stall und somit zum Dachboden führte und eine Tür zum Korridor und damit zu den anderen Räumen.

Friedhelm, nur mit einem Badelaken bekleidet, kam die Dachbodentreppe hinunter und ging geradewegs durch diese erste Tür zum Badezimmer.

 

Als er daraufhin die Badezimmertür öffnete, prallte er entsetzt zurück. Schon bis zur Hälfte im Raum stehend, quoll ihm eine riesige Schaumlawine, die von Innen bis kurz unter der Decke stand, entgegen und über seinen Kopf entlang.

Einen Aufschrei ausstoßend, Zurückspringen und die Tür zuknallen, waren fast im Bruchteil Einer Sekunde vor sich gegangen.

Friedhelm hatte laut Aufgeschrien. Deshalb war es nicht Verwunderlich, dass die Drei Anderen in den Korridor gestürzt kamen.

 

Ein Teil des Schaumes war durch das Öffnen der Badezimmertür in den Korridor geflossen und hatte den grünen Läufer in eine Rutschbahn verwandelt.

Paola, Edith, Carmen und Friedhelm sahen sich gegenseitig Betroffen an.

Was ist Passiert?“ fragte Paola erstaunt, die als Erste die Sprache Wiedergefunden hatte. Sie betrachteten ungläubig die Schaumspur am Boden. „Im Badezimmer gibt es noch Mehr davon,“ erwiderte Friedhelm und wies mit ausgestrecktem Daumen in Richtung dessen Tür.

Noch Mehr? Wie gibt es denn so was?“ meldeten sich auch Edith und Carmen zu Wort.

 

Im Nachthemd und im Badelaken standen sie auf dem Korridor.

Was brummt denn dort drinnen die ganze Zeit?“ war die gestellte Frage von Carmen, die bewirkte, dass noch zwei weitere Aufschreie ertönten.

Die Waschmaschine. Wir haben die Waschmaschine vergessen auszuschalten,“ schrien Paola und Edith gleichzeitig, als ihnen einfiel, dass sie am gestrigen Abend noch Wäsche gewaschen hatten.

Die Drei erkundigten sich bei Friedhelm, wie viel Schaum er gesehen hatte, als er die Badezimmertür kurz geöffnet hatte. Er sagte ihnen, dass es bis weit unter die Decke reichte. Die Drei wurden Blass im Gesicht.

Friedhelm, du hast nur ein Badelaken um. Gehe du Vorsichtig durch den Schaum in Richtung Waschmaschine und versuche sie auszuschalten. Dann machst du das Badezimmerfenster weit auf, damit wenigstens ein Teil des Seifenschaums entweichen kann. Sei aber Vorsichtig, das du nicht Ausrutscht auf dem nassen Fußboden,“ sagte seine Mutter zu ihm. „Ach ja, und versuche die Tür so schnell wie es geht Auf und wieder Zu zu machen,“ gab sie ihm noch mit auf dem Weg.

 

Friedhelm holte tief Luft, machte, wie ihm geheißen, die Tür auf und wischte durch die Tür in den Raum hinein und schnell wieder hinter sich Zu reißend. Im Schaum schloss er die Augen, die anfingen zu brennen, und lief im Blindlauf so schnell er konnte, in Richtung , wo er die Waschmaschine wusste. Er tastete hastig nach den Knöpfen und wusste im Moment nicht, welcher der Richtige war. Er wusste ihn zwar, doch in der Panik, Ersticken zu müssen, fand er ihn nicht gleich. Somit trat er Kurzentschlossen den Rückweg an und wäre fast ausgerutscht.

Er erreichte die Tür und stürzte ins Freie. Die Drei schlossen die Tür wieder als er im Korridor stand. Schwer Atmend und Prustend wischte er sich über das Gesicht und die Augen.

Welcher Knopf, … uff … war … uff … es denn noch,“ jabzte er hervor.

Der in der Mitte,“ sagte Edith zu ihm. „Musst du da etwa noch einmal rein?“ „Ja,“ sagte er noch etwas Benommen. „Ja, weil er immer noch läuft. Pff. Es ist so Schwierig, mit geschlossenen Augen alles Richtig zu machen. Ähmm. Und wie schon Erwähnt, ist es ziemlich glatt. Ich wäre beinahe hin gesegelt. Und mir blieb die Luft weg.“

Diesmal gehe ich,“ sagte Paola. „Nein, das kannst du nicht Schaffen,“ redete Friedhelm energisch auf sie ein. „Ich gehe noch einmal hinein. Und diesmal klappt es bestimmt.“

 

Er holte wieder tief Luft, riss die Tür auf, zwängte sich hindurch, und machte die Tür wieder zu. Im Schaum lief er den gleichen Weg wie zuvor und fand die Waschmaschine und den Knopf. Diesmal fand er ihn auf Anhieb. Er drückte darauf und hörte, zwischen dem Gegurgel des Schaumes in seinen Ohren, wie die Maschine ausschaltete. Dann bemühte er sich, schnellen Schrittes, in Richtung Fenster zu gelangen. Mitten im Lauf, prallte er plötzlich mit der Ecke der Duschkabine zusammen. Er stieß mit dem rechten Knie dagegen und hätte am liebsten laut Aufgeschrien. Doch er biss die Zähne zusammen und taumelte in Richtung Fenster.

Er dachte bei sich, dass es schon von Vorteil war, wenn er genau Wusste, wo was zu Finden war. Er erreichte das Fenster. Ihm ging die Puste aus. Er suchte den Fensterhebel und erfasste ihn, drückte ihn nach unten. Dann zog er das Fenster Sperrweit auf.

Der Augenblick, der ihm genügte, um nach Luft zu schnappen, war nicht lang. Denn aller Schaum ergoss sich über ihn nach Draußen. Doch er schaffte es. Dann wandte er sich um, und lief mit immer noch geschlossenen Augen zurück zur Tür.

Der Weg dorthin, erwies sich für ihn als Hindernislauf. Denn durch den zum Fenster entweichenden Schaum, waren Handtücher vom Haken gerissen worden und lagen nun auf dem Boden. Irgendwie schaffte er es aber auf den Beinen zu bleiben und die Tür zu Erreichen. Er riss sie auf und stolperte auf den Korridor hinaus.

 

Mensch, wir dachten, dir wäre etwas Zugestoßen. Das hat ziemlich lange gedauert,“ sagten alle wie aus einem Mund.

Waschen wollten sich die Vier an diesem Tag nicht mehr. Außerdem war es längst 9.30 Uhr geworden.

Friedhelm ging zurück auf den Dachboden und zog sich an. Die Drei anderen machten es ihm gleich und zogen sich ihrerseits im Schlafzimmer an.

Um 10.00 Uhr fanden sie sich schließlich wieder gemeinsam in der Küche zusammen und genossen jeder eine Tasse Tee über diesen Schreck hinaus. Ein paar Scheiben Brot gab es auch noch als dürftiges Frühstück zur Vorangeschrittenen Zeit. Satt essen konnten sie sich ja noch zur Mittagsstunde.

Später sahen sie in der Waschmaschine nach ihrer Wäsche. Sie hatte die fast Zehn Stündige Tortur nur noch in Fetzen überstanden.

Alle waren aber trotzdem Heilfroh, dass nichts Schlimmeres, zum Glück, passiert war.

 

 

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