Die GESCHICHTEN

dreier Frauen


Das große Rennen

 Das große Rennen

Im Sommer hatten Paola, Edith und Carmen die Bekanntschaft einer Familie gemacht, die zufällig am Landhaus vorbei spaziert war.
Diese nahmen den Geruch der eingekochten Obstsorten wahr und folgten daraufhin ihren Nasen. Sie lobten dem gelungenen Aroma und fragten nach, ob etwas davon verkäuflich sei. Dieses wurde bejaht. Und so kamen sie alle ins Geschäft. Die Familie kaufte von jeder Sorte zwei Gläser und probierte auch an Ort und Stelle von den Leckereien. Bevor sie sich verabschiedeten, fragten sie, ob es den Dreien möglich war, ihnen einen Besuch abzustatten. Sie hatten gesehen, dass sich Pferde im Stall befanden. Und da sie selber einen Rennstall besaßen, war es ihnen lieb, sich Erkenntlich zu zeigen. Man gab den Dreien die Adresse und sagte ihnen, dass sie sich doch getrauen sollten der Einladung Folge zu leisten. Somit zogen sie von dannen.

Das war jetzt genau Dreiviertel Jahr her. Paola beriet sich mit den beiden und gemeinsam kamen sie zu dem Schluss, den „Urlaub“ anzutreten.
Paola fuhr nach Hause, um das „Nötigste“ einzupacken, was sie brauchte für die Reise. Sie bedachte dabei auch, das ja diesmal die Pferde mitkamen und packte vorsorglich die für sie wichtigen Utensilien ein. Dann fuhr sie mit Sack und Pack wieder zurück zu ihren Bekannten aufs Land. Dort angekommen, kam etwas Hektik auf. Da die Drei Lampenfieber hatten und sie Prinz, Holliday und Topas „reisefertig“ machen mussten. Sie mieteten einen Wagen mit Anhänger für die Tiere und beschworen Paolas Söhne, doch während ihrer Abwesenheit nach dem Rechten zu sehen. Dann konnte es losgehen.

Da keiner von ihnen einen Führerschein besaß, musste einer von Paolas Söhnen an der Reise mit Teilnehmen. Er wurde Augenblicklich zum Chauffeur der Dreien. Sie fuhren über eine Autobahn und zwei Landstraßen, bevor sie nach Links abbiegen und einer Feldstraße folgen mussten.
Sie kamen erst am späten Nachmittag an ihrem Ziel an.
Freundlichkeit schlug ihnen entgegen und ihnen wurde jeder ein Zimmer zugewiesen. Den Pferden gab man Hafer, Heu und Wasser. Eine Box als Unterkunft.
Sie Unterhielten sich mit den Gastgebern bis spät in die Nacht hinein. Dann wünschte sich jeder eine gute Nachtruhe und ging zu Bett.
Der Nächste Morgen fing mit viel Gerenne des Rennstallpersonals an. Es wurden Vorbereitungen für ein Bevorstehendes Derby getroffen.
„Diese Hektik ist ja schlimmer als ich mir je träumen lassen habe,“ sagte Carmen zu ihrer Mutter. „Zuhause vor der Abreise war schon viel Aufregung, aber dieses hier,“ erwiderte Edith. Paola nickte nur und meinte: „Du kannst doch nicht Zuhause mit diesem Rennstall vergleichen. Denn das passt ja kaum hierher.“
Da kam Friedhelm angelaufen und gesellte sich zu ihnen. „Puh, was für ein Treiben. Wie auf einem Jahrmarkt,“ stieß er hervor.

Zwischen all den Pferden sahen sie die Besitzer stehen,die mit Händen und Füßen gestikulierten was das Zeug hielt.
Dann kam die Familie, die sie geladen hatten, auf die Vier zu. „Na, wie gefällt es Ihnen bei uns? Im Moment ist hier sichtlich viel los und doch ist es erst der Anfang,“entgegnete der Herr des Hauses. Und seine Frau meinte: „Sag mal, Johann, wo ist denn unser Jockey geblieben? Er war doch eben noch hier, und in Zweieinhalb Stunden geht hier die Post ab.“ „Keine Ahnung, Ilse, er wird wohl sicher bei Ambassador im Stall sein und ihn für das Rennen gut zureden,“meinte ihr Ehemann. „Na, hoffen wir es,“ kam es zurück.

Die Zeit verstrich und mit ihr wurde die Frau des Hauses immer unruhiger.
„Siehe doch einmal jemand nach Karsten, er ist Überfällig. Weiß vielleicht einer wo er steckt?“ „Ja,“ rief ein Stallmädchen, „Er ist ganz grün im Gesicht und hält sich den Bauch. Er befindet sich in der Umkleidekabine.“
„Oh Schreck,“ war die Chefin nun zu hören und verschwand im Dauerlauf hinter den Stallungen. Ihr Ehemann, der schon zuvor Wind davon bekommen hatte, sagte im gehetzten Unterton: „Wir müssen einen Ersatz-Jockey finden und zwar so schnell wie möglich. Sonst ist für uns das Rennen gelaufen.“ Er lief mit schnellen Schritten auf die Vier zu und musterte Friedhelm mit prüfendem Blick. „Können Sie reiten, junger Mann?“fragte er dann mit ernst. „Nein, eigentlich nicht,“ gab Friedhelm das Wort zurück. „Nur meine Mutter und die Beiden da.“ „Geht nicht, es muss leider ein männlicher Jockey her. Und da Unserer ausgefallen ist, muss ich nun Umdisponieren. Deshalb bitte ich Sie inständig, das Sie Zustimmen. Es wird nichts passieren, dass verspreche ich Ihnen, aber retten Sie uns.“

Und so wurde Friedhelm zum Jockey „umgekleidet“ und auf das Pferd „Ambassador“ gesetzt. Sie banden ihm seine Füße am Sattel fest, damit er nicht herunterfiel und beratschlagten ihn, wie er sich weiter zu Verhalten hatte und was er sonst noch tun musste. Dann ging es an die Startrampe.

Paola, Edith und Carmen sahen mit Entsetzen ihm hinterher. „Wie können Sie nur auf solch eine Idee kommen,“ sagten alle Drei Einstimmig. „Tut mir ja leid, aber es ging nicht anders. Sie werden Entschädigt dafür, das ist Gewiss. Ich garantiere Ihnen, dass nichts schlimmes passieren wird,“ rechtfertigte sich der Hausherr. Als im Gleichen Moment der Startschuss gegeben wurde und alles zu Galoppieren anfing.

Die Drei drückten Friedhelm die Daumen und sahen mit Bangen zu.
Friedhelm galoppierte mit „Ambassador“ darauflos. Er fühlte sich wie ein im Wind flatterndes nasses Handtuch das von Wäscheklammern gehalten wurde. Nass deshalb, weil er wie wild zu Schwitzen begonnen hatte. Er hielt die Zügel fest im Griff. Und er wunderte sich darüber, dass er sich im Rennsattel halten konnte, wo er nur an den Füßen festgebunden war. Als er in die Kurve ging, machte er Kurzentschlossen die Augen zu. „Ambassador“ nahm alles mit einer Leichtigkeit, als hätte er seinen Gewohnten Jockey im Sattel. Die nächste Kurve genauso. Da war dann auch schon die Ziellinie zu Erkennen.
Mit einer Nasenlänge von Zehn Zentimetern durchliefen die beiden das Ziel vor den folgenden anderen Pferden.
Der Jubel war groß, als alle „Beteiligten“ angerannt kamen und Friedhelm die Siegerehrung zuteil wurde. Man band ihn schnell los und gratulierte ihm herzlich. Keiner merkte, dass er gar nicht der „echte“ Jockey war.
Als er wieder auf festem Boden stand, wackelten noch nachträglich seine Knie. Er lief schwankend auf die Drei zu.
Der Hausherr kam Freudestrahlend angelaufen und klopfte ihm mehrfach auf die Schulter. „Bravo,“ jubelte er. „Bravo,“. Dann zu den anderen gewandt, „Sehen Sie, ich wusste es doch, und dann auch noch mit einer Nasenlänge von Zehn Zentimetern.“

Sie gingen alle Zusammen zur Siegestafel.
„Hier, die versprochene Entschädigung,“ sagte der Hausherr. Er gab ihnen Jeder 500 Euro und eine Mitgliedskarte.  Danach wurde über den Dreien ihre Pferde gesprochen. Es wurde laut, dass eine Parade veranstaltet werden sollte. Und das Jeder, der ein Pferd hatte, automatisch daran Teilnehmen konnte. Paola, Edith und Carmen wurden aufgefordert, ihre Pferde zu zäumen und zu satteln, um dann ihre Startpositionen einnehmen zu können.
Es ging darum, Preise zu erzielen, indem man am schnellsten seine, von der Jury ausgelegten Köder, einzusammeln und an einem bestimmten Platz zu deponieren. Dabei aber auf dem Pferd zu bleiben und mit einer „Lanze bewaffnet“, die Köder aufzuspießen.
Qualifiziert waren ungefähr Fünfzehn Reiter. Dazu kamen nun noch die Drei. Insgesamt waren so somit Achtzehn Reiter. Die Ersten Sechs ritten ihre Strecke ab. An Siebter Stelle kam Paola auf Prinz. Sie tat es den Vorigen nach. Zuerst trabte sie an eine mit Wasser gefüllte Regentonne heran, über der an einem Haken, der an einem Balken befestigt war, eine Zwanzig Zentimeter lange Dauerwurst hing. Diese galt es, mit der Lanze vom Haken zu heben und auf den Tisch zu legen, der etwa drei Meter davon entfernt stand. Sie durfte allerdings nicht in die Regentonne fallen. Dann würde nämlich Paola 100 Punkte abgezogen. Schaffte sie es, bekam sie 100 Punkte dazu gezählt.

Mit 250 Punkten ging sie an den Start. Zu Erreichen waren 400 Punkte, die dann Umgerechnet wurden und als Euro 800 angegeben wurden. Die Zahl, die darüber hinaus ging, war Bonus.
Als sie mit der Regentonne fertig war, ging es an einen Schwebebalken heran zureiten, vom Sattel aus auf diesen zu klettern, und das Pferd am Zügel führend, darüber zu balancieren, bis an das Ende des Balkens. Wieder in den Sattel aufs Pferd zu steigen und im gestreckten Galopp dreimal um eine Kiste zu reiten. Und Zweimal 100 Punkte gab es, wenn man
1. zwei Gläser mit Schwarzer Tinte von einem Bord nahm und Freihändig auf dem Pferd zur Jury ritt ohne zu kleckern, um diese ihnen zu Überreichen. Und
2. das alles vom Anfang bis zum Ende in Zwanzig Minuten zu schaffen. Zum Schluss wurde dann alles zusammen b.z.w. Abgezogen und wie Erwähnt in Euro Umgerechnet.
Edith war an Zehnter Stelle an der Reihe und Carmen an Sechszehnter.
Als alle Achtzehn Reiter der Reihe nach durch waren, wurde gezählt. Es gab fünf Hauptgewinner, drei, die den Zweiten Platz erhielten, den Dritten Platz bekamen sieben Reiter und drei Reiter bekamen einen Trostpreis.

Zu den drei Hauptgewinnern zählten Edith und Paola. Carmen bekam mit zwei weiteren Reitern den Zweiten Preis. Edith und Paola gewann 1600 Euro mit Bonus von der Restzeit. Insgesamt 2000 Euro. Paola bekam 1550 Euro und Carmen 1400 Euro.
Die Vier blieben noch drei Tage auf dem Rennplatz, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machten. Zu Hause wurden noch einmal in aller Ruhe die gelungenen Siege gefeiert.


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